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"Ich verdiene weniger als ein Fliesenleger bei der berühmten Nachbarschaftshilfe" (O-Zitat: LH Dörfler). Dieser Realitätsverlust beleidigt Menschen, die schwer arbei­ten.

Zu den Fakten: Dörfler bezieht ein Monatsgehalt von 13.800,00 Euro. Das ergibt ein Jahresbruttogehalt von 193.200,00 Euro bzw. in alter Währung 2.658.500,00 Schil­ling! Dafür müsste ein Fliesenleger 7 Jahre lang schuften. Der Stundenlohn be­trägt laut Kollektivvertrag 10,90 Euro. Bei einer durchschnittlichen Arbeitsleistung von 2.076 Stunden/Jahr ergibt dies ein Jahresbruttogehalt von 26.400,00 Euro.

Nach seinen eigenen Angaben "arbeitet" der Landeshauptmann im Jahr jedoch 4.290 Stunden. Ob Misswahl, Ballbesuche oder Adabei-Termine – im Termin­kalen­der vermerkte Schwerarbeit. Ein Fliesenleger wird nur für seine produktiven Arbeits­stunden bezahlt. Repräsentationstermine gehören zum Privatvergnügen.

Dörfler vergleicht seinen Gehalt jedoch mit jenem eines Nachbarschaftshelfers. Nur er wird wissen, warum er seine Leistung jener eines "Pfuschers" gegenüberstellt. Wer seinem Nachbarn hilft, der muss bekannterweise körperlich hart arbeiten und kommt somit im Jahr nie auf 4.290 abrechenbare Stunden.

Die Justiz hat in der Frage der Ortstafeln das Verfahren gegen Dörfler mangels juris­tischer Zurechnungsfähigkeit eingestellt. Aus heutiger Sicht ist diese Vorgangsweise nachvollziehbar. Ein Mensch, der glaubt, dass er mit einem Jahresgehalt von 193.000,00 Euro weniger verdient als ein pfuschender Fliesenleger, kann die Trag­weite seiner Handlungen nicht begreifen. Das hat schon sein Volksschullehrer er­kannt und ihn zur Wiederho­lung einer Klasse aufgefordert. Leider jedoch ohne Er­folg, da beim Rechnen noch immer eklatante Mängel vorliegen.

Ein Vorschlag für die Zukunft: Führende Politiker müssen sich einem Test unter­zie­hen und nachweisen, dass sie die Grundzüge der Algebra beherrschen. Wenn je­mand glaubt, dass 1.000,00 Euro weniger sind als 100,00 Euro, dann hat er die Prüfung nicht bestanden. Ein "Elchtest" für politische Führungskräfte (IQ: 100+).

Man sollte in Kärnten 2010 nicht als "Jahr der Karotte" feiern (©: LH Dörfler), son­dern als "Jahr des Nachdenkens", und zwar über eine verantwortungsvolle Politik, effektive Arbeitsmethoden (Zeitmanagement) und Vermeidung von intellektuellen Luftblasen. Sollte auch das nichts nützen, dann bleibt vielleicht nur der Weg in die Pension. Im Fall des Landeshauptmannes bedeutet dies ein Monatsbezug von 11.000,00 Euro. Zum Vergleich dazu bezieht ein Fliesenleger als Rentner 1.400,00 Euro/Monat. Wer verdient mehr? Für Dörfler eine spannende Frage. Vielleicht ist das der Grund, warum er nicht Fliesenleger geworden ist.

Autor: Johann Neuner, Datum: 01.03.2010
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