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Zölle für Arbeitsplätze

Die internationalen Staaten versuchen mit Billionen – eine unvorstellbare Zahl mit 12 Nullen – die Finanzkrise abzuwenden. Laut einer Schätzung der UN würde man 300 Milliarden Dollar benötigen, um weltweit die Folgen des Hungers zu beseitigen. Wenn es um die Abdeckung von Verlusten eines wild gewordenen Finanzsystems geht, wird das Geld aufgebracht. Wenn es um das Überleben von einer Milliarde Menschen geht, bleibt die Hilfe stumm – eine menschenverachtende Ungerechtig­keit!

Das nächste Opfer der unkontrollierten Globalisierung ist die Realwirtschaft. Viele Klein- und Mittelbetriebe werden ihre Existenz verlieren, Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze ......nur weil der Glaube an die Gewinnmaximierung die Hirnwindungen von einigen wenigen ausgeschaltet hat.

Gibt es einen Ausweg aus dieser Negativspirale? Ja! In Zeiten wie diesen ist es er­forderlich, dass der Staat in das Marktgeschehen eingreift und zur Vermeidung wei­terer volkswirtschaftlicher Schäden Zölle einführt. Importe aus Billiglohnländern sind zu besteuern und die daraus resultierenden Einnahmen in Milliardenhöhe für die Schaffung und den Erhalt von Arbeitsplätzen in Europa zu verwenden. Dadurch würde die Produktion in Europa wieder wettbewerbsfähiger werden. Die Verlagerung von Betrieben würde sich nicht mehr rentieren, da der Kostenvorteil der billigen Löhne durch die Einfuhrbesteuerung neutralisiert wird.

Das von den Kritikern vorgebrachte Argument, dass Zölle dem europäischen Export schaden, ist falsch. Europa importiert nämlich aus Fernost um ein Vielfaches mehr als es exportiert. Sollte z.B. auch China Zölle für Importe aus Europa einführen, so würde ein allfälliger Exportausfall durch ein Mehrfaches an europäischen Wert­schöpfungsgewinnen überkompensiert werden.

Zölle führen auch zu einem positiven Umwelteffekt. Anstatt Waren rund um den Glo­bus zu transportieren, würden diese wieder dort erzeugt werden, wo auch die Nach­frage stattfindet. Der derzeitige Irrsinn, dass z.B. Teiglinge für die Erzeugung von Brot monatelang von China nach Europa verschifft werden, nur um sich Lohnkosten zu ersparen und bei uns dafür die Bäcker reihenweise zusperren, muss endlich ein Ende haben.

Krisen sind eine Chance, dass man aus Fehlern der Vergangenheit lernt. Die EU ist aufgefordert, anstelle von Konjunkturpaketen, die erst wieder durch den Steuerzahler finanziert werden müssen, den Wirtschaftskreislauf zu reformieren. Zölle bringen mehr Gerechtigkeit – auch wenn dies die Konzernlobbyisten in Brüssel nicht wahr­haben wollen.

 

Autor: Johann Neuner, Datum: 28.10.2008
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