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Wer hat die BAWAG Milliarden? (Eine Nachlese zum BAWAG Prozess)

Die Urteile der 1. Instanz im größten Wirtschaftsprozess Österreichs waren nicht überraschend. Härte gegen die Bankmanager und den Abschlussprüfer sowie die (aufgrund des Prozessverlaufes zu erwartende) Milde für den Investmentbanker Wolfgang Flöttl. Der "Kronzeuge" der Anklage wurde vom Vorwurf der Untreue im Zusammenhang mit seinen Spekulationen freigesprochen. Nur wegen der Nichtrück­zahlung eines ihm von der BAWAG eingeräumten Kredites in der Höhe von 90 Millionen Euro wurde er als Beitragstäter zu 2,5 Jahren Haft, davon lediglich 10 Monate unbedingt, verurteilt.

 

Das Prozessthema war nicht wohin das Geld verschwunden ist, sondern wer das Geld zur Verfügung stellte. Eine solche einseitige Sicht der Dinge ist bei einer sol­chen Schadenshöhe mehr als verwunderlich. Die de facto mediale Vorverurteilung des Herrn Helmut Elsner wurde gerichtlich abgearbeitet. Aber die Frage nach den Begünstigten blieb bis dato unbeantwortet.

 

Zu den Fakten: Im Zeitraum 1995 – 2000 hat der Investmentbanker Wolfgang Flöttl von der BAWAG 1,5 Milliarden Euro erhalten (Karibik 2). Mit diesen Geldern hat Wolfgang Flöttl spekuliert und nach seinen Angaben alles verloren. Der Sitz seiner Gesellschaften befand sich in der Karibik (Steueroase). Dort gibt es keine Aufbewah­rungspflicht für Geschäftsbücher, und darüber hinaus ist die gesamte Buchhaltung, nach Auskunft des Wolfgang Flöttl, durch einen EDV-Fehler verschwunden. Was somit tatsächlich mit dem Geld passiert ist, kann belegmäßig nicht mehr über­prüft werden.

 

Wenn jemand anderer so etwas behauptet, werden bereits bei einer Schadens­summe von einhunderttausend Euro eine Hausdurchsuchung und Beschlagnah­mungen durchgeführt. Nicht so im BAWAG-Verfahren. Da gab es zwar bei allen Bankvorständen solche Zwangsmaßnahmen. Von diesen Unannehmlichkeiten ver­schont blieb lediglich Wolfgang Flöttl. Erst im Laufe des Prozesses hat dieser auf Nachdruck insgesamt 50 Ordner mit Kontoauszügen der Broker vorgelegt, und zwar nach vorheriger Durchsicht durch seine beiden Staranwälte. Von wo diese Unterla­gen plötzlich herkamen, wurde vom Gericht nicht nachgefragt. Die vorgelegten Be­lege dokumentieren jedoch nur einen Bruchteil der Spekulationsgeschäfte. Nicht verwunderlich, befinden sich darin nur Verlustgeschäfte.

 

Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass ein Investmentprofi, der über ein Vermögen von 300 Millionen Dollar verfügte, fünf Jahre hindurch, während die Börse boomte, nur Verluste erzielte? Und dass man ohne Vorlage sämtlicher Unterlagen den Schluss ziehen kann, dass das Geld nicht anderwärtig verwendet wurde? (Eine solche An­nahme ist für sich schon eine Spekulation). Offensichtlich doch. Denn das Gericht ist bei sei­nem Freispruch von Wolfgang Flöttl genau von diesen Annahmen ausgegan­gen.

 

Dazu passen auch die Ausführungen des Sachverständigen Fritz Kleiner. Dieser hat in seiner Gutachtenserörterung ausgeführt, dass er vom Gericht weder mit der Ur­sachenerforschung des Totalverlustes in der Höhe von 639 Millionen Euro in 14 Tagen im Oktober 1998 noch mit einer Überprüfung des 3. Berichtes von Arthur Andersen (Oktober 1998 bis März 1999), in welchem bei den Flöttl Gesellschaften noch ein Vermögen von 156 Millionen USD aufschien, beauftragt wurde. Eigenartig. Kommt einmal (ungeplanterweise) ein Vermögen zum Vorschein, wird nicht weiter­geforscht.

 

Wenn man es gewollt hätte, hätte man von den drei wichtigsten Handelspartnern des Wolfgang Flöttl die Dokumente angefordert. Nur dann wäre die Frage zu beant­worten gewesen, wer tatsächlich die Nutznießer der BAWAG Milliarden waren.

 

So aber wurde sogar der Wirtschaftsprüfer, dessen Aufgabe lediglich darin bestand, die Jahresabschlüsse zu überprüfen, härter bestraft als Wolfgang Flöttl, und zwar zu drei Jahren Haft und davon ein Jahr unbedingt.

 

Stiftungen in Liechtenstein, Briefkastenfirmen in der Karibik ......... die klassische Verschleierungsstrategie. Diese Vorgangsweise ist aus der Sicht der handelnden Personen verständlich. Warum jedoch das Gericht kein Licht ins Dunkel gebracht hat, bleibt das Geheimnis des BAWAG Prozesses.

 

Wirklich glücklich mit dem Prozessausgang war neben Wolfgang Flöttl nur die Richterin Claudia Bandion-Ortner. Sie war am vergangenen Sonntag Gast in der Ö3 Seitenblick Radiosendung "Frühstück bei mir".

 

Das Schlusswort frei nach Goethes Faust:

"Werd' ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch Spekulation – du bist so schön! Dann will ich nicht zur Hölle fahren – sondern lieber wieder in die Karibik gehen (Wolfgang Flöttl).

Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor (Öffentlichkeit)."

Autor: Johann Neuner, Datum: 07.07.2008
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